Sa 8 Mrz 2008
Last but not least: Heinrich Töpfer
Kategorien: einfach alles»Hallo, ihr da draußen. Ich bin Heinrich Töpfer und somit der Namensgeber und so etwas wie der Held dieser ganzen Geschichte, obwohl ich auf diese Ehre ganz gut verzichten könnte. Vor kurzem bin ich zwölf Jahre alt geworden und wenn ich gefragt werde, was denn mein größter Wunsch für die Zukunft sei, muss ich sagen: Dreizehn werden.
Das wird schwierig genug, wenn ich mir meine gegenwärtige Lage so betrachte. Die weisen Häupter der Zaubererakademie Hochwärts haben sich in den Kopf gesetzt, ich sei so etwas wie ihr großer Heilsbringer und haben mich in die Welt der Hexen und Zauberer verschleppt, damit ich sie vor dem Untergang bewahre. Ich kann ihnen einfach nicht klarmachen, dass sie sich den Falschen geschnappt haben und ich über keinerlei magische Kräfte verfüge. Sie gehen weiterhin felsenfest davon aus, dass ich derjenige bin, der sie von den Sieben Plagen, der finanziellen Schieflage ihres Schulhaushalts, Fußpilz und nebenbei auch noch von der Bedrohung durch den finsteren Lord Walmart befreien wird. Das wird eine schöne Enttäuschung werden, wenn ich das erste Mal den Stab raushole … ähm, den Zauberstab meine ich.
Andererseits dürfte es mir schwer fallen, zu beweisen, dass ich kein Magier bin, so lange im Unterricht bei den Verwandlungszaubern nichts Schwierigeres von mir verlangt wird, als eine Portion Mett, Eier, Zwiebeln und Semmelbrösel in ein paar Frikadellen zu verwandeln - oder bei den Verschwindezaubern innerhalb kürzester Zeit das Nachtischbüfett im Speisesaal und binnen Wochenfrist mein Taschengeld für einen ganzen Monat verschwinden zu lassen.
Bei so vielen Scherereien kann ich nur froh sein, in Rum und Lärmine zwei echte Freunde gefunden zu haben. Rum ist die Art Freund, für den man ohne Fragen zu stellen durchs Feuer geht und von dem man weiß, dass er es genauso tun würde. Was wir gemeinsam an beinharten Geschichten erlebt haben, kittet ganz schön zusammen. Mit Lärmine ist es hingegen etwas völlig anderes. Ich weiß gar nicht recht, wie ich es erklären soll … Sie ist nicht der Typ, der bedingungslos ist, sondern sie stellt dich auch schon mal in Frage - verstehst du, was ich meine? Falls nicht, mach dir nichts draus. So ganz verstehe ich es selber nicht. Ich weiß nur, dass es ohne die beiden in Hochwärts ziemlich trübe für mich aussähe.
Trübe genug wird es ohnehin, falls es uns nicht bald gelingt, die Bedrohung durch Lord Walmart abzuwenden, der sich angeblich eines der mächtigsten magischen Artefakte unter den Nagel reißen will, die Hochwärts beherbergt, um mit dessen Hilfe die Macht an sich zu reißen. Und das ist nur der Anfang einer ganzen Verschwörung um verzauberte Schlüssel, dunkle Katakomben, fliegende Autoskooter, sprechende Schafe, utopische Maschinen, Mut und Feigheit, Freundschaft und Verrat.
Falls es Dave, unser Autor, schafft, die Geschichte jemals zu Ende zu bringen und zwischen zwei Buchdeckel pressen zu lassen, seid ihr herzlich eingeladen, meine, Rums und Lärmines Abenteuer mit uns zu teilen. Einen ersten Blick darauf, was in Hochwärts so abgeht, könnt ihr in den Probekapiteln werfen und falls ihr das schon getan habt, wisst ihr bereits, dass die Kacke ganz schön dampft, in der Welt der Magie.«
Bis die Tage
Euer Heinrich
»Ach ja, noch etwas: unsere Lärmine hatte kürzlich ein Gespräch mit Dave. Soviel ich weiß, ging es darum, wie der Stand der Dinge gerade so ist und wie es mit dem Manuskript weitergeht. Angeblich hat sie sogar irgendwas aus ihm herausbekommen. Er kann ihr halt einfach nichts abschlagen. Lest doch einfach mal nach, was sie dabei so alles erfahren hat.«
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Heinrich hat auch ein paar echt dufte Sachen mit in die Zaubererwelt gebracht, die hier vorher total unbekannt waren. Diese lässigen blauen Hosen zum Beispiel. ›Tschiens‹ oder so ähnlich heißen die. Nachdem ich lange genug genörgelt habe, hat er mir sogar eine von seinen ausgeborgt, obwohl er auch nur zwei dabei hatte. Lärmine ist total neidisch deswegen, weil sie immer noch in ihren öden Röcken rumlaufen muss. Naja, für mein nebenstehendes Bild für’s Familienalbum musste ich mich auch nochmal in eine meiner ollen Stoffhosen quälen. Wenigstens durfte ich die Sonnebrille aufbehalten. Heinrich hat sie mir zum Geburtstag geschenkt. Coole Sache. Und die Mädels fahren voll drauf ab.
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