»Aber Ambos, sind Sie sicher, dass wir ausgerechnet ihn nehmen sollten?« Conserva McGummiball schien alles andere als begeistert von der Idee, einen minderjährigen Bengel mit der Errettung ihrer Welt zu betrauen.

»Ich fürchte, uns bleibt keine andere Wahl, Conserva«, erwiderte Schwurbelbart. »Hochwärts steht vor gewaltigen Herausforderungen. Nicht nur die Akademie, nein, alles, was wir kennen, ist vom Untergang bedroht, falls wir nicht schleunigst etwas unternehmen. Und Streichlers Prophezeiung, was den Jungen angeht, war eindeutig.«

»Aber …« McGummiball rang die Hände und suchte offenbar fieberhaft nach Ausflüchten. »Wenn es gegen die Naspuhl geht -«

Streichler schlug sein trübes Auge auf. »Nas… hlps«, hickste er. »Es sind die Nasbohr … Stahlrohr, meine ich. Sie waren … einst waren sie … Schweißer! Jawohl, einst waren sie Schweißer. Ringschweißer, um genau zu sein. Und sie schweißten lange Stahldrähte zu Ringen. In den Feuern des … hlps, Trübsalberges, wohljawohl.« Er winkte der Bedienung nach etwas zu trinken. »Hübsche Gegend, der Trübsalberg«, murmelte er und sank wieder auf den Tisch.

»- wenn es gegen die neun Übel geht«, hob McGummiball neu an, »warum fragen wir zum Beispiel nicht Trollo Däumling, der einst schon einmal Mordort und das Lummerland von ihrer und der Bedrohung Saujungs befreite, indem er den Einen Ring im Klo runtergespült hat?«

»Trollo Däumling? Das dürfte schwierig werden. Trollo ist damals mit meinem alten Kumpel Faselralf und einem ganzen Kahn voll scharfer Elbenschnallen nach Ibiza abgesegelt, erinnert ihr euch? Ich fürchte, wir haben nicht viel zu bieten, was Trollo dazu bewegen könnte, von dort zurückzukommen und es noch einmal mit der dunklen Seite aufzunehmen. Ich würde es an seiner Stelle auch nicht tun. Habt ihr mal gesehen, was an den Stränden der Anfurten für Bräute herumlaufen?« Der Direktor fächelte sich mit der Hand Wind zu und pfiff mit einem ›Huiuiuiui‹-Gesichtsausdruck durch die Zähne.

»Nun gut, Trollo Däumling fällt also flach«, lenkte McGummiball ein. »Aber es gibt doch noch andere. Da war doch damals dieser Bengel, der praktisch im Alleingang das Erste Galaktische Imperium aus der Galaxis gekegelt hat …«

»Pups Windelkacker ihr meint«, ließ sich Professor Jotas Stimme vernehmen. »Eine teure Angelegenheit das werden könnte. Seit Lars Vaders zweiten Todesstern abgebrannt er hat, untergetaucht er ist, weil zu Schadensersatzzahlungen von acht Trillionen Spacemäusen verdonnert er wurde und so ziemlich jeden Versicherungsagenten der ›Empire Rück‹ auf den Fersen er hat. Zurzeit angeblich als Wookiewärter im städtischen Zoo von Moos-Eistee er sich verdingt.«

»Nun gut, der also auch nicht. Wie wär ’s dann mit …«

»Streichlers Prophezeiung war eindeutig«, beharrte Schwurbelbart. »Abgesehen davon sehe ich auch keine Alternativen.« Der Direktor zählte an den Fingern ab. »Superman nimmt gerade an einem Austauschheldenprogramm auf Krückton teil, Warzenegger ist als König von Kalifornien mehr als genug beschäftigt, der Typ in dem fleckigen Unterhemd liegt nach einem Kollaps beim Dreh von ›Siech langsam 9 ¾‹ im künstlichen Koma und die Volksfront von Judäa ist führungslos, seit Reg in Rente gegangen ist. Nein, ich schätze, wir kommen an dem Jungen nicht vorbei. Die Prophezeiung besagt, er allein kann Ihn-dessen-Namen-wir-fast-nie-aussprechen bezwingen. Außerdem hat er es schon einmal getan.«

»Ich weiß nicht, Ambos … Er war damals noch ein Baby. Kein Mensch weiß, wie er die Kiste überhaupt gedeichselt hat. Und erinnern Sie sich daran, wie froh wir damals alle waren, den nervigen Bengel hinterher endlich los zu werden und ihn bei seinen Verwandten abladen zu können.«

»Ohne das Feuer man den Drachen nicht bekommt«, philosphierte Jota unter dem Tisch.

»Was für eine doofe Metapher ist das denn schon wieder?«, schnappte McGummiball gereizt.

»Wir brauchen ihn, Conserva! Denken Sie an die Prophezeiung! Wir müssen darauf vertrauen, dass er es schafft, wenn wir ihm all unseren Schutz und unsere Unterstützung zuteilwerden lassen.«

Endlich gab McGummiball ihren Widerstand auf. »Jaja, die Prophezeiung«, seufzte sie. »Na schön, versuchen wir es: Wir holen den Jungen mit dem Blitz.«

Auch von den anderen Personen am Tisch kam zustimmendes Murmeln oder Kopfnicken.

Schwurbelbart rieb sich geschäftsmäßig die Hände. »Fein. Dann legen wir mal los. Am Besten wäre es wohl, wenn wir ihn als gewöhnlichen Schüler aufnähmen, so bliebe sein Inkognito gewahrt.«

»Das Schuljahr beginnt bereits nächsten Montag«, wandte McGummiball mit erhobenen Augenbrauen ein. »Das sind nur noch drei Tage. Wie sollen wir es bis dahin bewerkstelligen, ihn aufzutreiben, auszurüsten und herzubringen?«

»Ha, alles kein Problem«, frohlockte Schwurbelbart. »Lasst mich euch kurz erzählen, wie ich mir die Sache gedacht habe …«

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1 Kommentar zu ›Heldenmangel‹



  1. Anonymous sagt:

    Super, spitze, witzig, absoluter oberhammer das war, um mit Jotas Worten zu sprechen. Es war sehr, sehr, sehr, sehr gut!!! :!: :wink: :grin: :lol: :smile: :mrgreen:

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