David Kramer
- geboren 1967 in Niedersachsen
- seit Abschluss der Berufsausbildung 1987 als Angestellter in diversen finsteren Amtsstuben des öffentlichen Dienstes tätig (entgegen der landläufigen Meinung findet sich im öffentlichen Dienst leider keine Möglichkeit, während der Bürozeiten aus lauter Langeweile Bücher zu schreiben; das muss man schon in der Freizeit tun)
- seit 1996 Wahl-Kölner (Karneval ist scheiße!) und immer noch in einer finsteren Amtsstube beschäftigt, allerdings mittlerweile nicht mehr als Gemeiner Staubschlucker in der Aktenbearbeitung, sondern als Bit-Spalter im Bereich der Informationstechnik (Softwareentwicklung)
Die Anfänge
Ja! Ich hatte eine Kindheit. Es war schrecklich. Sechs Jahre lang konnte ich weder lesen noch schreiben. Verlassen wir daher diese traurige Ära und kommen zu etwas Interessanterem.
… man reiche mir Papier und Feder - die frühe Schaffensphase
Sobald ich einen Füllfederhalter einigermaßen unfallfrei beherrschen konnte, wurde ziemlich schnell klar, dass mit mir etwas nicht stimmt, denn ich fing an, in meiner Freizeit Schulhefte mit selbst ausgedachten Geschichten vollzuschreiben. Eins dieser Frühwerke setzte meine damalige Lieblings-Fernsehserie “Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt” fort: Robbi und Tobbi nahmen auf Burg Plumpudding Castle die Großserienproduktion von Fliewatüüts auf. In Anlehnung an das Original vorfinanzierten sie die Kosten dafür mit Hilfe von in englischen Adelshäusern geklauten Silberlöffeln. - Ich scheine schon damals einen Hang zu Parodien gehabt zu haben …
Schule - auch ich habe eine besucht
Wenngleich ich mich bisweilen nicht sonderlich um die Themenstellung scherte, entwickelte ich mich in der Schule doch zu einem ziemlich guten Aufsatzschreiber. Leider fehlte mir damals die nötige Geschäftstüchtigkeit, Musteraufsätze meistbietend an meine Mitschüler zu verhökern. Gottseidank war die Benutzung der Stadtbibliothek meiner Heimatstadt gebührenfrei, so dass ich zur Befriedigung meiner Leselust nie in die Beschaffungskriminalität abglitt.
Wegen einer Kinderkrimiserie, die ich damals wie Koks konsumiert hab (nein, ich habe nicht wirklich Koks konsumiert; das ist nur eine Metapher), musste ich manchmal mehrfach am Tag zur Bibliothek wetzen, weil man immer nur drei Bücher mitnehmen durfte. Wie lästig! Aus dieser Krimiserie entwickelte sich mein erster ernsthafter schriftstellerischer Gehversuch. Das Strickmuster der Originalserie war einfach: Drei Knirpse und ein Mädel steigen hinter allen möglichen Verbrechern her und legen sie in schöner Regelmäßigkeit aufs Kreuz, wie man das auch aus etlichen Enid-Blyton-Serien bereits kannte. In meiner Adaption einer eigenen Kinderkrimiserie simplifizierte ich das Konzept weiter: Ich beschränkte mich auf vier Jungs als Hauptdarsteller und schrieb das Mädel einfach raus, weil ich Mädchen damals irrationalerweise doof fand. Folglich geriet das Ganze zu einer nicht unspannenden, aber ziemlich witzlosen Angelegenheit.
Als sich bald darauf mein Blickwinkel im Bezug auf Mädchen zu ändern begann, versuchte ich mich am ersten Entwurf eines Abenteuerromans für Erwachsene. Ergebnis? Zweihundertfünfzig Seiten Bullshit! Ist schon putzig, wie man sich als Jugendlicher im Frühstadium die Welt der Erwachsenen vorstellt. Manchmal denke ich, es wäre praktischer gewesen, als Mädchen auf die Welt zu kommen. Da entwickelt man irgendwie früher einen Blick für die Realität. Naja, man kann nicht alles haben.
Inititialzündung
In den folgenden Jahren gab es viele weitere Ansätze, die allmählich besser wurden, aber blieben, was sie waren: Ansätze.
Es kam zu zwei prägenden Leseerlebnissen. Das erste war “Das Jesusvideo” von Andreas Eschbach, dem ich mehrfachen Dank schulde. Zum einen verdanke ich seiner äußerst plastischen Beschreibung der Figur des Schriftstellers Peter Eisenhardt in besagtem Buch die umwälzende Erkenntnis, dass man beim Entwurf einer Geschichte nicht zwangsläufig chaotisch, sondern durchaus auch systematisch vorgehen kann und das es nicht schadet, sich vor Aufnahme der Schreibtätigkeit Gedanken über Story und Konzept der niederzuschreibenden Geschichte zu machen. Zum anderen ist Eschbachs Homepage www.andreaseschbach.de ein wahre Fundgrube von Praxistipps, die man sich als Schreibwütiger nicht entgehen lassen sollte.
Das zweite prägende Leseerlebnis war die Lektüre eines anderen … naja, Buches, wobei es mir schwer fällt, in diesem Zusammenhang überhaupt von einem Buch zu sprechen. An sich ist es schade, dass Bäume dafür sterben mussten. Ich nenne hier auch absichtlich weder Titel noch Autor, damit niemand auf die Idee kommt, es sich aus reiner Neugierde zu kaufen und somit auch noch den Autor ungerechtfertigt zu bereichern. Erschienen ist das Werk auf eigene Rechnung des Autors bei “book on demand”, das heißt, es hat sich kein Verlag gefunden, der bereit gewesen wäre, den Mist zu verlegen. Folglich tue ich auch keinem Verlag weh, wenn ich hier verkünde, dass dieses Druckwerk eine Zumutung für jedes Blatt Papier und das mit Abstand schlechteste ist, was ich jemals gelesen habe. Gleichwohl ist der Schund mitverantwortlich dafür, dass ich die Schreiberei ernsthaft wieder aufgenommen habe, denn ich dachte: “So schlecht wie der bin ich allemal.”
Und jetzt?
Wohin der Weg mich führt, weiß ich nicht. Ich hoffe, eines Tages hier stolz verkünden zu können, einen Vertragsabschluss geschafft zu haben und einen Link auf eine Veröffentlichungsliste einfügen zu dürfen.
Sicher sind vorläufig aber nur zwei Dinge. Erstens: Der Schreibvirus sitzt ziemlich tief und es sieht nicht danach aus, als würde ich in absehbarer Zeit davon geheilt werden, was nichts anderes heißen soll, als dass ich nicht aufhören werde, Geschichten zu schreiben, auch wenn “Heinrich Töpfer - Bitte nicht rütteln” es nicht schaffen sollte, einen Abnehmer zu finden. Und zweitens: Sollte kein Verlag bereit sein, meine Geschichten zu veröffentlichen, wird das schon seine Gründe haben. Es wird keine Veröffentlichung bei einem Druckkostenzuschussverlag, bei “book on demand” oder im Internet geben.
Soviel für den Augenblick. Wer immer noch nicht genug hat, kann ja mal einen Blick auf meinen Arbeitsplatz werfen …
Herzlichst
Euer

Lauri sagt:
Hallo!
Wenn deine Geschichten so lustig sind, wie deine persönlichen Angaben kann kaum was schief gehen.
Auch ich befinde mich mit dem Kampf, ob ich mein Buch veröffentlichen soll. Aber wie du schon sagtest: Wenn sies nicht nehmen, hat das einen guten Grund. (Oder wie ich es ausdrücke: Sie haben keine Ahnung und die Welt ist noch nicht bereit für mein herausragendes Schreibtalent und meine Zukunftsweisenden Geschichten! xD)
Wünsche dir sehr viel Glück und gucke jetzt mal dein Kapitel da an!
Lg Lauri