»Hallo, ihr! Ich bin Lärmine Danger, 12 Jahre alt, und das einzige Mädchen, das in dieser Geschichte was zu melden hat. Da hat man es nicht leicht, das kann ich euch sagen. Ab und zu muss man schon seine Stimme erheben, um sich in dieser, von männlichen Zauberern dominierten Welt, Gehör zu verschaffen. Keine Sorge, ich gehöre nicht zu den militanten Frauenrechtlerinnen. Mir ist am Liebsten, man lässt mich mit derlei in Frieden, wisst ihr. Feminismus ist ohnehin nur eine Erfindung dicker, hässlicher Frauen, um sich besser in die Gesellschaft zu integrieren.

Lärmine Danger

Meine Eltern nerven oft rum, von wegen ›Mädchen, mach was aus dir‹ und so. Das ist echt lästig. Als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt als Lernen! Pah! Ich genieße lieber die Zeit des Jungseins und habe ein wenig Spaß mit meinen Freunden. Manche Leute verstehen das falsch und behaupten sogar, ich sei stinkfaul, nur weil ich die Prioritäten ein wenig anders setze. Ich werde meinen Weg schon gehen. Auf meine Weise. Naja, immer klappt das mit den Prioritäten auch nicht, zugegeben. Anfangs habe ich mich in Hochwärts ganz schön schwergetan, aber es war auch wirklich nicht einfach, die richtigen Freunde zu finden. Die Mädels dort sind echt super und wo so viele von uns auf einem Haufen sind, ist für Klatsch und Tratsch natürlich reichlich gesorgt. Die Palavi, die hat zum Beispiel gerade letzte Woche was mit einem Zweitsemester angefangen. Ihr hättet sehen sollen, wie die … ähm, nein, ich glaube, das gehört jetzt nicht hierher. Wo war ich denn gerade? – Ach ja: Die meisten Jungs in unserer Jahrgangsstufe sind dagegen ziemlich öde. Auch Heinrich und Rum habe ich am Anfang für zwei echte Hosenscheißer gehalten. Schaut sie euch bloß mal an: der eine ein Ich-bezogener Spinner, der sich für Gott-weiß-was hält und ständig mit einer räudigen Ratte im Gepäck herumläuft und der andere ein neurotischer Jammerlappen mit Heimwehkomplex, der allen mit seinem Ich-kann-nicht-zaubern-Getue auf den Geist geht, also wirklich! Aber da habe ich mich in ihnen ehrlich getäuscht. Die beiden sind echt dufte, wenn man ihnen ab und zu zeigt, wo es langgeht.

Im Moment haben wir in Hochwärts allerdings ein paar ganz andere Probleme am Hacken: Der-der-mir-mal-im-Dunkeln-begegnen-soll ist wieder aus seinem Versteck gekrochen und bildet sich ein, mal so eben mir nichts dir nichts die Macht über Hochwärts, das magische Universum und den ganzen Rest an sich reißen zu können. Es gehen Gerüchte, dass sogar noch viel mehr dahintersteckt und selbst dieser kleine Wicht nur ein gedungener Handlanger einer noch größeren, finstereren Macht ist. Alles in allem steht es nicht gerade rosig um unsere Welt. Gut, dass dabei wenigstens einer die Nerven behält. Wer das ist? Komische Frage, ich natürlich! Und die Jungs natürlich auch. Gemeinsam werden wir das Kind schon schaukeln.

Hoffentlich bekommen wir das rechtzeitig hin, sonst kriegen es die Memmen in der Schulverwaltung noch fertig und sagen uns das Schulfest ab. Die sollen lieber zusehen, dass sie ein paar vernünftige Bands engagieren und nicht mit Middle Underground oder so einer Kacke ankommen. Justin Himbeercake wäre toll! Auf den steh ich total. Der hat so ein süßes … ähm, ich schweife schon wieder ab. Dave, könntest du das letzte bitte rausstreichen? Ich glaube, das gehört nicht hierher. Ist doch Privatsache!

Ich muss jetzt auch los. Palavi wollte mir noch was über ihren neuen Schwarm erzählen. Am besten, ihr lest selbst noch mal ein bisschen in den Probekapiteln und schaut, was bei uns so abgeht.«

Alles Liebe

Lärmine


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